Ein Jubiläum als Anlass – und eine Geschichte, die viel früher beginnt

Das Jubiläum auf CrazyPatterns hat mich in den letzten Tagen innehalten lassen.
Zehn Jahre auf einer Plattform – das ist ein schöner Moment. Einer, der Danke sagt.
Aber es ist eben nicht der Anfang meiner Geschichte...
Denn Stricken und Häkeln waren schon lange Teil meines Lebens, bevor es Plattformen, Social Media oder digitale Anleitungen gab.
Dieses Jubiläum war für mich deshalb weniger ein Rückblick auf Zahlen, sondern ein stiller Anstoß, darüber nachzudenken, wie alles begonnen hat – und warum es geblieben ist.
Maschen, die verbinden
Handarbeiten war schon als Kind wichtig für mich.
Nicht als Hobby, das man ausprobiert und wieder vergisst,
sondern als etwas, das verbindet.
Meine Oma spielte dabei eine große Rolle.
Mit ihr waren Wolle, Nadeln und Maschen etwas Selbstverständliches.
Ich habe nicht nur Schals gestrickt – ich habe als Kind Pullover gestrickt.
Richtig. Komplett.
Rückblickend würde man heute vielleicht sagen: "Das war dir in die Wiege gelegt."
Damals war es einfach normal.
Ein anderer Weg – und trotzdem immer dabei
Das Leben hat mich früh gezwungen, einen anderen Weg einzuschlagen.
Ich musste sehr jung auf eigenen Beinen stehen.
Während des Studiums hatte ich drei Jobs, um mich über Wasser zu halten.
Zeit war knapp, Energie auch – aber eines ist geblieben:
Ich habe nie aufgehört zu stricken und zu häkeln.
In der Schnellbahn, auf dem Weg zur Uni oder zur Arbeit,
lag oft ein Häkelstück in meinen Händen.
Nicht, weil ich produktiv sein wollte,
sondern weil es mir Ruhe gegeben hat.
Weil es ein Ausgleich war.
Ein Ort, an dem der Kopf still werden durfte.
Reife braucht Zeit
Es hat Zeit gebraucht – vielleicht auch Alter –
bis ich verstanden habe, dass man Leidenschaften nicht trennen muss.
Dass man das, was einen trägt, auch geschäftlich integrieren darf, ohne es zu verlieren.
Irgendwann kam der Punkt, an dem ich gesagt habe:
Jetzt zeige ich das auch der Welt.
Das hatte natürlich auch mit dem Wandel der Zeit zu tun.
Social Media entstand, Möglichkeiten öffneten sich, Sichtbarkeit wurde einfacher.
Aber nichts davon passiert über Nacht.
Prozesse brauchen Zeit. Und sie brauchen Raum, um zu reifen.
Je älter ich werde, desto klarer wird mir das –
und desto bewusster gehe ich damit um.
Menschen (und Hunde) vor allem
Was sich über all die Jahre immer deutlicher gezeigt hat:
Menschen sind wichtiger als alles andere.
Meine Kinder waren und sind Teil dieses Weges.
Meine Tochter ist heute 28, mein Sohn wird bald 20.
Sie haben diesen Prozess miterlebt – still im Hintergrund,
während ich immer gearbeitet habe.
Nebenbei. Schritt für Schritt. Ohne großes Aufsehen.
Auch meine Hunde waren dabei.
Sie haben mich begleitet, geerdet, entschleunigt.
Und sie werden auch im nächsten Kapitel eine Rolle spielen.
Ein neuer Faden – ohne den alten zu verlieren
In meinem Kopf entsteht gerade etwas Neues.
Ein Kinderbuchprojekt, das schon lange da ist und jetzt Raum bekommt.
Auch hier werden sich Stricken, Häkeln, Handarbeiten wiederfinden.
Nicht als Technik – sondern als Gefühl.
Schreiben war immer meine zweite Leidenschaft.
Schon als Kind habe ich Kurzgeschichten verfasst.
Das eine hat das andere nie ausgeschlossen.
Ich musste nur reif genug werden, um beides zusammenzuführen.
Vielleicht war ich lange zu zurückhaltend.
Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt.
Aber mit den Jahren habe ich verstanden,
dass es wichtig ist, auch von sich etwas preiszugeben.
Nicht aus Eitelkeit – sondern aus Verbindung.
Leiser – aber nicht weniger
Stricken und Häkeln sind kein Kapitel, das endet.
Sie sind Teil meines Alltags.
Teil meines Denkens.
Teil meiner Arbeit.
Vielleicht ist es heute leiser als früher.
Aber es ist nicht weniger geworden.
Danke an alle, die mich über so viele Jahre begleiten.
Und an alle, die gerade erst dazukommen.
Manche Wege ändern sich.
Andere bleiben – Masche für Masche.
Herzlich
Eure Kathrin
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